PricewaterhouseCoopers Luxembourg veröffentlicht seine 26. Auflage der Analyse « Auswertung der Jahresabschlüsse der deutschen Eurobanken in Luxemburg ».
Die Studie « Auswertung der Jahresabschlüsse 2008 der deutschen Eurobanken in Luxemburg », welche die Jahresabschlüsse der luxemburgischen Tochtergesellschaften deutscher Banken vergleicht und die Entwicklung des Bankensektors in Luxemburg kommentiert, wurde heute, 3. September, von Rima Adas, Partnerin und Banking Leader und Thomas Schiffler, Partner bei PwC Luxemburg, veröffentlicht.
Die Anzahl der deutschen Banken hat sich in 2008 zum Jahresende nicht verändert und beläuft sich weiterhin auf insgesamt 42 Banken; davon sind unverändert 27 veröffentlichungspflichtige Tochterbanken und 15 Niederlassungen deutscher Banken, die keinen gesonderten Jahresabschluss veröffentlichen. Die Bilanzsumme der Niederlassungen beläuft sich auf EUR 51,6 Mrd[1])(Vorjahr EUR 67,2 Mrd); sie verfügen über ein Dotationskapital von EUR 1.270,0 Mio1) (Vorjahr EUR 1.341,4 Mio).
Fünf Banken haben in 2008 erstmalig von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Jahresabschluss nach der Option „Lux-GAAP mit IFRS-Optionen“ bzw. vollständig nach IFRS zu erstellen. Um dennoch eine Vergleichbarkeit zu erreichen, wurden in Kenntnis der bestehenden Unterschiede zwischen Lux-GAAP und IFRS die von diesen Banken vorgelegten Bilanz- und GuV-Daten in das unter Lux-GAAP angewandte Gliederungsschema übergeleitet.
Die Gesamtbilanz der deutschen Tochterkreditinstitute lässt erkennen, dass das bilanzwirksame Geschäft gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken ist. Im Stichtagsvergleich verringerte sich die Bilanzsumme um EUR 8,4 Mrd bzw. 2,7% (Vorjahr EUR 4,2 Mrd bzw. 1,4%). Das aus den Jahresendzahlen errechnete Durchschnittsvolumen der bilanzwirksamen Geschäfte ist ebenfalls um 2,2% (Vorjahr Anstieg 1,8%) gesunken. Der Rückgang der Aktiva ist im Wesentlichen auf einen Rückgang bei den Wertpapieren (- EUR 12,9 Mrd bzw. 11,7%) sowie der Forderungen an Banken (- EUR 4,4 Mrd bzw. 3,6%) zurückzuführen, der durch einen Anstieg der Forderungen an Kunden (+ EUR 9,0 Mrd bzw. 14,0%) nur teilweise kompensiert wurde.
Der stärkste Rückgang der Bilanzsumme entfällt auf die Gruppe der Landesbanken mit einem Rückgang von insgesamt EUR 6,5 Mrd bzw. 7,2% und auf die Gruppe der mittelgroßen Banken mit einem Rückgang von EUR 1,5 Mrd bzw. 13,2%. Einen moderaten Anstieg der Bilanzsumme in absoluten und relativen Beträgen hat lediglich die Gruppe der Pfandbriefbanken und die Gruppe der übrigen Banken mit insgesamt EUR 0,3 Mrd zu verzeichnen. Grundsätzlich ist keine einheitliche Tendenz einer Ausweitung oder Verringerung der Bilanzsumme zu erkennen.
Bei der Analyse der Ertragslage des Geschäftsjahres 2008 ist zunächst festzustellen, dass dem Rückgang im Gesamtergebnis aller luxemburgischen Banken um 88% auf EUR 564 Mio gegenüber dem Jahr 2007 aufgrund der schwierigen, durch die Finanzmarktkrise beeinflussten Marktbedingungen im deutschen Teilsegment eine aus dem Tabellenwerk ableitbare Reduktion des Gesamtüberschusses um lediglich 66% auf EUR 352 Mio gegenübersteht. Beim Vergleich beider Werte sind jedoch zwei Effekte zu berücksichtigen: Zum einen basiert das Datenmaterial der CSSF für den Gesamtmarkt auf den nach FINREP und damit nach IFRS-Normen gemeldeten GuV-Werten. Zum anderen wird das Gesamtergebnis des Platzes für das Jahr 2008 vom Ergebnis der zum 31. März 2008 abschließenden, in der Auswertung nicht enthaltenen IKB International belastet. Unter Berücksichtigung des ausgewiesenen Jahresfehlbetrages von EUR 553,5 Mio würde sich für das deutsche Marktsegment ein aggregierter Jahresfehlbetrag von EUR 201,7 Mio und damit ein drastischer Ergebniseinbruch um EUR 1.316,6 Mio gegenüber dem (ebenfalls um das Ergebnis 2006/2007 der IKB International angepassten) Jahresüberschuss 2007 von EUR 1.114,9 Mio ergeben. Damit ist bei insgesamt nur noch bedingt gegebener Vergleichbarkeit der Abschlussjahrgang 2008 für die deutschen Tochterbanken noch deutlich schlechter ausgefallen als für den Gesamtmarkt. Erstmals seit Veröffentlichung der Auswertung würde die so bereinigte Gesamt-Gewinn- und Verlustrechnung der deutschen Banken mit einem Jahresfehlbetrag abschliessen. Dabei ist jedoch festzuhalten, dass lediglich sieben Banken das Geschäftsjahr 2008 mit einem Jahresfehlbetrag abgeschlossen haben; ebenfalls sieben Banken konnten ihren Jahresüberschuss mehr oder weniger deutlich gegenüber 2007 steigern. Die restlichen Banken haben durchweg Rückgänge im Jahresüberschuss zu verzeichnen.
Da, wie oben ausgeführt, das Zahlenmaterial der IKB International für beide Jahre nicht im Tabellenwerk enthalten ist, wird in der Broschüre lediglich die mit einem Gesamtüberschuss von EUR 351,8 Mio (und EUR 1.020,7 Mio in 2007) abschließende Gewinn- und Verlustrechnung kommentiert. Die wesentlichen Komponenten für die Analyse der Gesamt-Gewinn- und Verlustrechnung der deutschen Tochterbanken 2008 sind danach:
Weitere Belastungen in der Ertragslage wurden in einer Reihe von Banken durch weitere Umwidmungen von Wertpapieren in das Anlagevermögen mit der Folge des Verzichts auf ansonsten erforderliche Niederstwertabschreibungen vermieden; daneben wurden auch Wertpapierbestände an die Muttergesellschaft übertragen.
Den ausgewiesenen offenen Eigenmitteln stehen bei einer Reihe von Banken – im Wesentlichen aufgrund der Umwidmungen - so genannte stille Lasten aus Differenzen in der Bewertung von Finanzinstrumenten zwischen höheren Buchwerten und niedrigeren Marktwerten in Höhe von insgesamt EUR 3.997 Mio gegenüber; es handelt sich dabei nach den veröffentlichten Anhang- bzw. Notes-Angaben um temporäre, nicht dauerhafte Wertminderungen.
Die Studie "Auswertung der Jahresabschlüsse 2008 der deutschen Eurobanken in Luxemburg" ist in deutscher Sprache auf www.pwc.com/lu verfügbar oder auf Anfrage bei PricewaterhouseCoopers Luxemburg erhältlich (pwc.publications@lu.pwc.com).
Redaktionshinweis:
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[1] ohne die Niederlassung der HSH Nordbank AG,
deren Angaben bis Redaktionsschluss nicht vorgelegen haben